Ein laufendes Lachen

21. 01. 2011

Heute morgen, beim Anblick der Dächer und Fenster, wünschte ich mir ein Lachen, in jedem Haus ein Lachen, ein befreiendes Lachen. Ein Stadtviertel der Lachenden. Ein Lachen, das von Haus zu Haus sprang, jede Wohnung erfüllte, in den Treppenhäusern widerhallte, mit offenem Mund die Zäune entlanglief und die Passanten ansprang. Eine Stadt der Lachenden. Ein Land des Lachens?

Warum nicht den Tag so beginnen? dachte ich und lächelte, lächelte zumindest. Ein Orchester des Lachens, stellte ich mir vor, anschwellend, ein Chorgesang des Lachens, zum Himmel steigend, ein Lachen der Freude. Das Rentnerpaar würde beginnen zu lachen und ihr Vergessen weglachen, der Mann im Badezimmer bei der Rasur würde lachen, so sehr lachen, dass der Rasierschaum in alle Richtungen flog, die erkältete junge Frau in der Kellerwohnung würde lachen, bis ihr Fieber ermattet im Schnee versank und der arbeitslose ältere Mann würde lachen und das Lachen als seine Aufgabe verstehen. Auch die Kinder würden lachen, natürlich, so wie sie jeden Tag lachen, nur etwas erstaunt, dass an diesem Morgen alle lachten.